Monatsarchiv: Februar 2012

Bank: Non performing loads


Trend 13
Gastkommentar
Verkäufe oder Verbriefungungen von Kreditforderungen
sind an sich kein innovatives Instrument.
Sie dienen der veräußernden Bank vor allem
dazu, ihre Eigenkapitalbindung zu entlasten.
Diese Entwicklung schreitet weiter fort: Zunehmend
werden Kreditportfolios über diverse
Kreditderivate und Asset-Backed-Securities synthetisch
abgesichert.
Nun entfaltet sich in Deutschland
ein Marktgeschehen, das
sich bei problembehafteten Kreditengagements
begrifflich unter
den „Handel mit Non Performing
Loans (NPLs)“ subsumieren
lässt. In den USA, einigen
asiatischen und europäischen
Ländern ist dies bereits ein etablierter
Transaktionstypus, in Deutschland aber noch
mit ungeklärten rechtlichen und steuerlichen Fragen
verbunden.Dennoch haben bereits größere Abschlüsse
stattgefunden. Diese Geschäfte sind im Normalfall
als Übertragung der Kredite auf der Grundlage eines
Kaufs, als Treuhand oder als Unterbeteiligung an den
beim Verkäufer verbleibenden Krediten ausgestaltet.
Rolle des Bankgeheimnisses bleibt unklar
Die Grundvoraussetzung bei einem Kauf der Kreditforderung
ist, dass diese abtretbar sein muss. Das gilt
zwischenzeitlich, zumindest bei fälligen Forderungen,
als gesichert, obwohl das OLG Frankfurt dies mit Blick
auf das Bankgeheimnis zunächst bestritten hatte
(OLG Ffm. 8 U 84/04). Das Bankgeheimnis ist aber
kein gesetzliches Verbot im Sinne des Paragrafen 134
BGB. Es bietet dem Kreditnehmer lediglich Schutz,
dass Informationen, die seine persönlichen und wirtschaftlichen
Verhältnisse betreffen, nicht ungefragt an
Dritte weitergegeben werden. Judikatur bzw. Legislative
müssen sich daher mit der Frage auseinandersetzen,
wie dieser Schutz bei Übertragung eines kompletten
Kreditengagements gewährleistet ist.
Insolvenzrechtlich konzentrieren sich die Probleme
auf nicht akzessorische Kreditsicherheiten, soweit diese
nicht übertragen, sondern treuhänderisch verwaltet
werden. Dies gilt vornehmlich für Grundpfandrechte.
Der Gesetzgeber hat nunmehr durch Einführung
eines so genannten „Refinanzierungsregisters“
, in das die treuhänderische Verwaltung der
Grundschuld eingetragen wird, das Absonderungsrecht
des Forderungszessionars
abgesichert. Damit wird
die Tendenz erkennbar, NPLGeschäfte
insolvenzfest zu machen.
Darüber hinaus bedarf
es aber noch weitergehender
Regelungen, insbesondere die
Forderungsübertragung selbst
betreffend.
Rechtskonzepte müssen auf den Prüfstand
Das innovative Geschäftsmodell für Verkauf oder
Übertragung notleidender Kredite ist der richtige und
notwendige Weg, um unter anderem die – auch vor
dem Hintergrund von Basel II – erforderliche Eigenkapitalentlastung
der Geschäftsbanken zu fördern.
Andererseits bewirkt es eine einschneidende Veränderung
in der traditionellen Beziehung zwischen Bank
und Kunde. Damit müssen bekannte Rechtskonzepte
auf neue Sachverhalte, wie zum Beispiel Aspekte des
Bankgeheimnisses im Zusammenhang mit der Informationsweitergabe
an Kaufinteressenten, angewendet
werden. Des Weiteren sind steuerliche Fragen zu
klären. Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit
in diesem Segment abzusichern,muss daher nicht die
Judikatur, sondern der Gesetzgeber adäquate rechtliche
Rahmenbedingungen – möglichst im Wege der
EU-Harmonisierung – schaffen.
Rechtlicher Drahtseilakt
mit Non Performing Loans
BERNHARD WUNSCH
Bernhard Wunsch ist Spezialist für Restrukturierung
von Firmenkundenkrediten und Mitglied im
International Bankers Forum (IBF).

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Rezension Hänsel und Gretel


4.0 von 5 Sternen Magischer Moment,19. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Humperdinck, Engelbert – Hänsel und Gretel (DVD)

Die Kunstform Oper lebt und überlebt von den magischen Momenten, die vergänglich sind aber unvergessen bleiben. Ein solcher Augenblick erreicht uns in dieser insgesamt phantastischen Aufführung beim Auftritt des gespenstigen Sandmanns, der auf geradzu beklemmend schöne Weise in den Abendsegen und die anschließende Traumsequenz überleitet. Wie das von der Sängerin Sasha Cooke gesungen und vor allem gestaltet wird,geht unter die Haut. Da stimmt jede Tonfärbung, jede Geste. Man muß es gesehen und gehört haben, beschreiben läßt sich ein solches Wunder nicht. Der Regisseur dokumentiert aber nicht nur an dieser Stelle, dass er -im allerbesten Sinne- sein Staunen vor der Grimm’schen Kinder- und Märchenwelt bewahrt und die Begabung hat, dieses in zeitgemäßen und dennoch tiefsinnigen Bildern zu vermitteln.

Noch ein Hinweis zur englischen Übersetzung. Bekanntlich lassen sich Opernlibretti nicht eins zu eins übersetzen, da der jeweilige Sprachduktus, bezogen auf die Vorgaben der Partitur, im Regelfall stark voneinander abweicht. (Selbst Originaltexte können nicht so ohne weiteres in Musik gesetzt werden, man lese den Schriftwechsel zwischen Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal.)

Unter Berücksichtigung dieser schwierigen Vorgabe ist der englische Text insgesamt schön gelungen. „Light shimmers from the lodestar, to show the angels where you are and they will bring you safely to the land of dreams“, klingt nach meiner Empfindung sogar poetischer als „Dann wachen auf die Sterne, aus hoher Himmelsferne, gar holde Träume bringen euch die Engelein.“ Aber gut, das ist Geschmacksache.

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Zauberflöte in New York (Met)


3.0 von 5 Sternen Für Einsteiger,17. Februar 2012
Von
Bernhard Wunsch (Berlin/Kiel) – Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Die Zauberflöte (DVD)

Eine enttäuschende Produktion oder anders ausgedrückt, viel Wirkung ohne Ursache. Die visuellen Effekte auf der Bühne werden ausschließlich durch Lichtprojektionen erzeugt. Die Sänger bewegen sich im Vordergrund auf einem Laufband. Das Ganze gleicht einer „laterna magica“, wie man sie beispielsweise in Prag bewundern kann. Der Zuschauer fragt sich, ob dann nicht eher eine Verfilmung, so wie sie kürzlich mit dem Freischütz gelungen ist, dem Genre gerechter wird. Die Sänger werden darstellerisch nicht gefordert und so bleibt die Anmut der „drei Knaben“, tatsächlich sind es drei Mädchen, am ehesten im Gedächnis verhaftet.

Gesungen wird auf gehobenem Niveau aber wirklich überzeugend ist -neben der schönen und wohlklingenden Genia Kühmeier als Pamina- nur der Chor. Sind wir tatsächlich in der Mailänder Scala? Und was macht der Dirigent, ein gewisser Roland Böer? Er wählt einen flotten, trockenen und zackigen Musizierstil, der vermutlich historisch sein soll. So geht die federnde Schönheit dieser Musik („bei Männern, welche Liebe fühlen“), die beispielsweise aus dem romantischem Verständnis eines Karl Böhm aufblühte, verloren. Meine Auffassung mag nostalgisch sein, ist aber zumindest nicht altmodischer als der Versuch, uns die Hörgewohnheiten des Publikums der Uraufführung nahezubringen.

Es ist alles richtig, vor allem kurzweilig und im Nu vergessen.

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Help


Wer gibt mir Tips, wie ich optimal mit einem Blog arbeite. Es ist so neu und ich bin sehr dankbar.

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